«organic exchange»

Jungbauer aus Bhutan zu Besuch auf einem Biohof im Unterengadin, Schweiz (Photo: Tina Roner)

Die Biolandwirtschaft hat ein hohes Potenzial, zu einer sinnstiftenden Arbeit und Einkommensmöglichkeit für junge Menschen in Bergregionen beizutragen und so der Landflucht und Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Ausserdem verbindet die Biolandwirtschaft ökologische und umweltschonende Ansätze und trägt somit, auf allen Ebenen, zur Erreichung der 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) bei.

Das Projekt «organic exchange» setzt sich zum Ziel, die Biobewegung an der Basis zu stärken und die Weiterentwicklung der Biolandwirtschaft in Bergregionen zu fördern. Durch gegenseitige Studienreisen und praxisorientierte Zusammenarbeit werden Ideen, Wissen und Knowhow zwischen Biobäuerinnen und Biobauern aus der Schweiz und anderen Bergstaaten ausgetauscht. Berufliche Fähigkeiten und Fertigkeiten werden dadurch gestärkt und ein kontinuierlicher Wissenstransfer entsteht.  

«Organic exchange» 2020

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie haben wir unser «organic exchange» 2020 auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Infos folgen!

«Organic exchange» 2019 

Dieses Jahr fand eine Studienreise für zwei junge Bäuerinnen aus Bhutan in die Schweiz sowie eine Studienreise für zwei Schweizer Bäuerinnen nach Bhutan statt. Dieser Austausch konnte dank einer grosszügigen Spende von der Aktion zöndhölzli, der Katholischen Kirche Emmen, durchgeführt werden. Wir danken von Herzen für die Unterstützung. 

Studienreise in die Schweiz 

Die Studienreise in die Schweiz fand dieses Jahr in enger Zusammenarbeit mit dem bhutanesischen Start-Up Druk Metho und der Schweizer Firma Swiss Alpine Herbs statt. Während des zweimonatigen Studienaufenthalts in der Schweiz, von Juli bis August, erhielten die beiden Kandidaten aus Bhutan einen Einblick in die Schweizer Biolandwirtschaft und lernten mehr über den Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung von Bioprodukten kennen. Im Fokus standen essbare Blüten, Kräuter und Gemüse. Durch diese gemeinsamen Erfahrungen in der Schweiz konnte die gesamte biologische Wertschöpfungskette von Druk Metho langfristig gestärkt werden. 

Yangchen, Wangchuk und Choki, Mitglieder der Drachukha Flower Group, zusammen mit Thinley, Gründer des Sozialunternehmens Druk Metho, bei der Ernte von essbaren Bioblüten in Drachukha, Punakha (Photo: Tina Roner) 

Die diesjährigen Kandidaten

Wangchuk Dema, 26 Jahre, kommt aus einem abgelegenen Dorf im Punakha Distrikt. Zusammen mit zwei Freundinnen hat sie im Jahr 2017 die Drachuka Flower Group gegründet. Die Bäuerinnengruppe baut biologische Produkte für das lokale Start-Up Druk Metho an. Auf einem gepachteten Biohof produziert die Bäuerinnengruppe auch essbare Blüten für den Schweizer Biomarkt. Eine internationale Biozertifizierung (EU-Standard) des Hofes wurde, als erster Biohof in Bhutan, initiiert.

Thinely Namgay, 26 Jahre, ist der Gründer des Sozialunternehmens Druk Metho, eine Verarbeitungsfirma, die sich zum Ziel setzt, biologische Produkte in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Dorfgemeinschaften zu verarbeiten und zu veredeln (z.B. Kräutermischungen und Risottos). Die Produkte werden im nationalen und internationalen Biomarkt verkauft. Die Schweizer Firma Swiss Alpine Herbs garantiert Druk Metho ausserdem einen hochpreisigen Absatzmarkt für essbare Bioblüten aus Bhutan. Die Profite von Druk Metho werden zu gleichen Anteilen mit der Drachukha Flower Group geteilt. 

Studienreise nach Bhutan

Eine erste Studienreise nach Bhutan wurde im Bereich Milchwirtschaft durchgeführt. Eine erfahrene Milchbäuerin und eine Käserin aus der Schweiz reisten für einen Monat nach Bhutan, um ihr Wissen und ihre Berufspraxis mit Milchbäuerinnen und lokale Dorfkäsereien zu teilen. Im Fokus stand ein Wissens- und Erfahrungsaustausch rund um das Melken, die Weidebewirtschaftung, den Futteranbau sowie die Herstellung von Butter, Yoghurt und Käse. Gemeinsam mit den Bäuerinnen und Käserinnen aus Bhutan packten die Schweizer Kandidaten mit an. Dadurch entstand ein praxisorientierter Austausch, welcher für beide Parteien neue Horizonte eröffnete. 

Die diesjährigen Kandidaten

Michela Esposto, Landwirtin und Käserin aus Glarus, war im Juni als Volontärin in Bhutan, um ihre jahrelangen Erfahrungen als Sennerin auf der Alp zu teilen.

Rut Martina Janett, Agronomin aus Graubünden, reiste im September nach Bhutan, um sich mit Milchbäuerinnen über Viehwirtschaft und Futteranbau auszutauschen. 

Der Austausch fand in Zusammenarbeit mit der Khemdro Kooperative im Phobjikha-Tal statt. Die kleine Dorfkäserei wurde im Jahr 2017 von Sherab Dorji, 24 Jahre, initiiert. Zurzeit verarbeitet die Dorfkäserei die Milch von ca. 40 Milchbäuerinnen zu Butter und Frischkäse. In Zukunft sollen weitere Produkte, vor allem verschiedene Käsesorten, produziert werden. Hierfür ist die Khemdro Kooperative auf Unterstützung sowie Zugang zu Wissen und Know-How angewiesen.

Pema und Yethro, Mitglieder der Khemdro Kooperative, bei der Herstellung von Datshi, ein traditioneller Frischkäse, in Phobjikha (Photo: Tina Roner)